Hermès Editeur Hiroshi Sugimoto

Hermès Éditeur
Hiroshi Sugimoto

Couleurs de l’ombre ist eine Serie von 20 Carrés in je 7 Exemplaren, also insgesamt 140 Carrés.

Der Künstler

Hiroshi Sugimoto wurde 1948 in Tokio geboren und ließ sich 1970 in den USA nieder, um am Art Center College of Design in Los Angeles Fotografie zu studieren.
Dort übernahm er für sich die Leitprinzipien der Konzeptkunst und des Minimalismus, die auch heute noch die technische und intellektuelle Exaktheit seiner Arbeit prägen. Seine Werke wurden im Rahmen von Einzel- und Gruppenausstellungen auf der ganzen Welt gezeigt. 

Das Projekt

Die erste Kooperation zwischen Hermès und Hiroshi Sugimoto fand 2003 im Kontext der Ausstellung L’histoire de l’histoire im Forum der Hermès-Boutique in Tokio Ginza statt. In seinem Schaffensprozess erforscht Hiroshi Sugimoto kontinuierlich die Ressourcen des jahrhundertealten Know-hows und stellt damit einen erfindungsreichen Dialog zwischen der Geschichte, einer bestimmten Tradition, einem Verfahren und einem zeitgenössischen Ausdruck her. Seine Arbeiten stehen somit ganz im Einklang mit der Philosophie von Hermès. 

2010 besuchte Pierre-Alexis Dumas, künstlerischer Leiter von Hermès, das Atelier von Hiroshi Sugimoto und der Künstler stellte ihm sein Projekt Colors of Shadow vor. „Ich erinnere mich noch ganz genau. In der hell erleuchteten Mitte eines großen Raums stand eine Art Säule, die vom Boden bis zur Decke ragte – ein Kristallprisma von hoher Dichte und absoluter Klarheit. Wie ein experimentelles Beobachtungsgerät, durch das die Sonnenstrahlen jeden Morgen eine bunte Welt auf den weißen Wänden des Ateliers entstehen ließen“, erzählt er.  

Ein Jahrzehnt lang fotografierte Hiroshi Sugimoto methodisch mit einer Polaroid-Kamera die subtilen Variationen dieser Farbverläufe, die jedes Mal anders ausfallen. Eine chromatische Offenbarung, die der Künstler nun auf ein Seidencarré von Hermès übertragen wollte.

Diese Arbeit ist inspiriert von den wissenschaftlichen Experimenten Newtons und Goethes zur Entstehung der Farben – zur Brechung und Einfangung des Lichts und der emotionalen Wirkung der Farben auf den Menschen. Dieses konkrete Phänomen materialisierte und sublimierte Hiroshi Sugimoto in einer unendlichen Anzahl abstrakter Bilder: 20 Polaroids wurden ausgewählt und auf Seide reproduziert. So entstand eine limitierte Edition von 20 Carrés in je 7 Exemplaren, also insgesamt 140 Carrés im Format 140 x 140 cm.

Dieses große Format war notwendig, um die große Wirkkraft des chromatischen Kontrasts wiederzugeben und das Werk, das durch das Polaroid-Bild vergänglich gemacht worden war, zu verewigen. Weiterhin bot das Projekt auch wieder eine neue technische Herausforderung – eine der ursprünglichen Berufungen von Hermès Éditeur: Die kunstvollen, immateriellen Farbverläufe mussten im Tintenstrahlverfahren auf hauchfeinen Seidentwill gedruckt werden. So entstand Couleurs de l’ombre.

Die Carrés

20 Carrés in je 7 Exemplaren.

Die Editionen

  • Josef Albers

    Für die erste Serie von Kunstwerken auf Seide kam für Hermès niemand anderes als Josef Albers – der große Farbtheoretiker und Urheber der Werkreihe Homage to the Square – in Frage. Es wurden 6 seiner Werke ausgewählt, auf Seide reproduziert und in jeweils 200 Exemplaren herausgegeben. 

  • Daniel Buren

    Für die zweite Serie von Kunstwerken auf Seide lud Hermès den bedeutenden zeitgenössischen Maler Daniel Buren ein, das legendäre Carré zu gestalten.
    Sein umfangreiches und hochoriginelles Projekt Photos-souvenirs au carré umfasst 365 Unikate.

  • Julio Le Parc

    Mit der Gestaltung der vierten Reihe von Seidencarrés wurde Julio Le Parc beauftragt. Das Werk des bedeutenden Vertreters der kinetischen und optischen Kunst Variations autour de La Longue Marche ist eine regelrechte Hymne an die Farbe und umfasst 10 Serien von je 6 Carré-Unikaten.

Kredite : 
Tadzio
Raphaël Serano