Karumi: Bambuskunst gepaart mit Hightech-Handwerk

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Karumi: Bambuskunst gepaart mit Hightech-Handwerk

Bambus gilt im japanischen Archipel als Symbol des Wohlstands. Die leichte und elegante Pflanze wächst ausgesprochen schnell und hält sogar Erdbeben stand. In Japan findet ihr Holz im Bauwesen und Handwerk eine weitverbreitete Anwendung. Hinoki Kougei, ein Partnerunternehmen von Hermès, setzt das Material seit über zehn Jahren in der Welt des Designs und zeitgenössischen Mobiliars ein.
Als der portugiesische Architekt Álvaro Siza Vieira, Gewinner des Pritzker-Preises 1992, im Jahr 2017 eine Bank und zwei Hocker für Hermès entwarf, stellte er sich bezüglich der Verwendung des Materials einer großen Herausforderung: Wie konnten seine Schlichtheit und Leichtigkeit am besten zur Geltung gebracht werden?
Die fachkundigen Hände der Tischlermeister des Hauses Hinoki Kougei setzten die widerstandsfähige Pflanze dort erfolgreich ein, wo das ursprünglich vorgesehene Rattan trotz seiner Biegsamkeit versagte.
Seit mittlerweile zehn Jahren innoviert das 1977 von Chuzo Tozawa in Tokio gegründete Handwerksunternehmen die Kunst, dieses traditionelle Material zu einzigartigen Stücken zu formen.
Die noch grünen Stöcke stammen aus den dichten Wäldern von Kyōto auf der Insel Honshū und von Kagoshima auf der Insel Kyūshū. Sie werden zwischen Dezember und Februar geerntet. In der Werkstatt schneiden die 34 Handwerker das Holz zunächst in dünne Streifen. Auf diese Weise erhalten sie die benötigte Flexibilität, um dicht aneinandergefügt in Formen gelegt zu werden und die gewölbten Rundungen der Bank und der Hocker anzunehmen. Zudem wird wie eine Art unsichtbare Wirbelsäule eine Kohlefaser in den längsten Abschnitt der Bank eingefügt, um diesen zu verstärken.
Der Name Karumibedeutet „Reinheit durch Schlichtheit“ – doch dahinter verbirgt sich ein anspruchsvolles Handwerk, das althergebrachtes Wissen mit raffinierten technischen Innovationen vereint.

 

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Unser Fußabdruck ...

  • Hermès beschäftigt 14 284 Männer und Frauen, darunter 5 180 Kunsthandwerker, die das wichtigste Metier des Hauses repräsentieren. In dieser Welt der Hand, die sich im ständigen Wandel befindet, wird immerfort nach neuen Kräften gesucht. Ausbilden, weitergeben und entwickeln, die Gewährleistung von Wohlbefinden, Gesundheit und Solidarität … Unser Ziel besteht darin, jeden einzelnen Mitarbeiter auf seinem Weg zur Selbstverwirklichung zu begleiten.
  • Hermès hat sich mit rund zwanzig Metiers der Veredelung der schönsten Materialien aus der Natur verschrieben. Mit behutsamen Handgriffen bearbeiten unsere Kunsthandwerker Leder, Seide, Stoff, Holz, Kristallglas und Edelmetalle. Schützen, optimieren, aufwerten, Wege ebnen … Es ist unsere Aufgabe, diese Ressourcen nachhaltig zu nutzen.
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    Hermès besitzt in Frankreich 41 von insgesamt 52 Manufakturen und weltweit mehr als 300 Boutiquen. Unsere Nähe zu den Lieferanten, Partnern und Gebieten will vor Ort gepflegt werden. Fruchtbar machen, Maschen knüpfen, erneuern, sich engagieren – als gesellschaftlich verantwortliches Unternehmen ist es unsere Aufgabe, nachhaltige Beziehungen aufzubauen.