Das Wiedererwachen einer Manufaktur in Héricourt | Hermes

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Das Wiedererwachen einer Manufaktur in Héricourt

Wie lassen sich die Arbeitsstandards der Handwerker des 21. Jahrhunderts mit der Geschichte und dem Charakter eines mehr als hundert Jahre alten Industriegebäudes vereinbaren? Auf diese Frage musste Hermès eine Antwort finden, als das Unternehmen seine Ledermanufaktur in Héricourt in der Region Franche-Comté auf dem Gelände der ehemaligen Textilfabrik „Les Tissage du Pâquis“ einrichtete.  
 
Welche Bedeutung dieser einst florierenden Textilfabrik von Héricourt einmal zukam, zeigt eine Schwarz-Weiß-Aufnahme vom Anfang des 20. Jahrhunderts: in einer langen Reihe angeordnete Werkshallen und zu Hunderten hinter dem Werkstor stehende Arbeiter. Von den Gebäuden, die um 1900 von der Gesellschaft Schwob Frères erbaut und 1991 durch Texunion geschlossen wurden, hat Hermès eine Grundfläche von etwa 4 000 Quadratmetern sowie mehrere charakteristische Elemente erhalten. 
Darunter rund zwanzig gusseiserne Pfosten, welche die Metallstruktur tragen, sowie Scheddächer, die die Werkstätten in natürliches Licht tauchen. Auf das ohrenbetäubende Klappern der Webstühle von 1900 wurde allerdings verzichtet. In dieser Ende 2015 eingeweihten Ledermanufaktur wurde auf den technischen und akustischen Komfort der 200 Handwerker besonders großer Wert gelegt. Ein eigens angelegter Weg führt vom Werk ins Stadtzentrum.
Sich an einem geschichtsträchtigen Standort niederzulassen, statt ein unbebautes Grundstück zu wählen, ist allerdings nicht so ein leichtes Unterfangen. Der Architekt vor Ort, Michel Thouviot, und Hermès arbeiteten gemeinsam daran, der alten Textilfabrik in Héricourt neues Leben einzuhauchen. Die Fabrik liegt eine Viertelstunde Autofahrt von Seloncourt entfernt, wo die erste Ledermanufaktur von Hermès in der Franche-Comté angesiedelt ist. Es entstand ein Vorzeigewerk, das 2017 den Anstoß für Sanierungsarbeiten an anderem brachliegenden Industriegelände gab: So zog die Handschuhfabrik in Saint-Junien im Departement Haute-Vienne in eine alten Wollverarbeitungsfabrik und das Lederwarenwerk im normannischen Val-de-Reuil im Departement Eure befindet sich heute in einer ehemaligen Elektronikwerkstatt. So erwachen alte Industriestätten wieder zu Leben.
 

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