In den goldenen Fängen des Porzellans | Hermes

FRAUEN UND MÄNNERN

In den goldenen Fängen des Porzellans

Von allen Keramik-Glasurtechniken ist das Versehen eines Porzellanteils mit hauchfeinen Rändern eine der anspruchsvollsten. In den Ateliers von Hermès in Nontron muss dieses Spiel mit Schälchen und großen Vasen, Tellern, Schüsseln und Suppenschüsseln beherrschen. Acht Vergolder beherrschen diese Kunst noch heute und bringen mit einem feinen Pinsel Gold, Platin oder Farbe auf und verleihen dem Porzellan so sein Dekor. 
Flüssig wie Wasser, haarfein oder als breiter Streifen fängt dieses das Licht ein und bringt Porzellan zum Strahlen. Bevor sie auf einer feinen Tafel schimmern, werden die weißen, in Limoges gefertigten Stücke handdekoriert, erneut gebrannt und im südwestfranzösischen Nontron Frankreichs sandgestrahlt. Die Compagnie des arts de la table et de l’émail (Cate) ist auf das Bemalen mit Gold-, Platin-, sowie Farbrändern spezialisiert. Acht der 150 Kunsthandwerker beherrschen diese Maltechnik mit dem Fehpinsel aufs Feinste. 
Dabei müssen beide Hände unabhängig voneinander arbeiten. Schon das Zentrieren von rundem Porzellan auf einer Drehscheibe keine einfache Sache, zusätzlich muss der Maler diese mit der Präzision eines Metronoms mit der einen Hand drehen, während die andere Hand mit dem Ränderpinsel einen gleichmäßig starken Strich auf dem gesamten Rand des Stücks aufträgt. Erst nach dem Brennen und Polieren kommt der vollständige Glanz der Edelmetalle oder der Farbe zum Vorschein.


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