Taschen Kelly| Hermès

Die Kelly Bag

 
 
 
  • 1930

    Ein Jahrhundert nach der Gründung der Sattlerei Hermès, die zunächst Pferdegeschirr und Zaumzeug herstellte, entwirft Robert Dumas eine kleine Damen-Handtasche mit Riemen: trapezförmig, mit einmal nach innen gefalteten dreieckigen Seitenwänden, einem geometrisch geformten Überschlag, einem Henkel und Volumen. Eine schnörkellose, schlichte und funktionale Tasche für die unabhängige, unternehmungslustige Frau. Die „Petit Sac Haut à Courroies“-Damentasche ist eine ganz normale Hermès-Tasche: begehrenswert und anonym. Was ihr noch fehlt ist ein Name.
  • 1937

    Die Handtasche wird auf links genäht und dann wie ein Handschuh umgedreht. Ihre traditionelle Fertigung beruht auf einem deutlich aufwändigeren Verfahren: Sechsunddreißig Lederelemente werden von einem versierten Handwerker mit Liebe zum Detail mit sechshundertundachtzig Stichen von Hand zusammengenäht und dann mit sechzehn kleinen Nägeln, einem Schloss, einer Überschlagklappe und einem Schlüsseletui versehen. Seither existieren sowohl die umgedrehte Version als auch die Sattlernahtversion der Kelly friedlich nebeneinander. Warum auch nicht?
  • 1956

    Die Geschichte einer Legende! Grace Kelly, der zur Prinzessin gewordene Hollywood-Star, hält ihre „Petit Sac Haut à Courroies“ von Hermès vor den Bauch, um so die ersten Rundungen der Schwangerschaft zu verbergen. Das Foto reist um die ganze Welt und die Tasche erreicht unmittelbar Kultstatus. Von nun an wird die Tasche Kelly Bag genannt.
  • 1968

    Frankreichs etabliertes System wird im Mai 1968 ins Wanken gebracht, doch die Kelly Bag bleibt mit ihren vier Metallfüßchen fest auf dem Boden stehen. Ausgeglichen, gelassen, zeitlos. Davon zeugt diese „Radical Chic“-Version in schwarzem Box-Kalbsleder.
  • Seit 1987

    Die seltene Kelly Bag regt zu unzähligen Interpretationen an: aus Holz, silbernem Metall, Organdy, Schokolade, Stroh, Seide oder Drahtzaun von Leïla Menchari, der Faubourg-Schaufenstergestalterin, oder sogar aus Brot – die goldene Brotrinde stellt das patinierte Leder dar ... Die Sonderaufträge entfachen die Fantasie der kreativen Künstler in den Ateliers: mit Nägeln bedeckt wie ein Fakir, mit Sicherheitsnadeln durchbohrt wie ein Punker, aus Plüsch, Jeans oder Samtnerz – die Kelly ist aus dem Stoff, aus dem Legenden gemacht sind.
  • 2000

    Jean-Louis Dumas, Geschäftsführer bei Hermès, ist „Meister der Zeichnungen“: Er legt den Stift nie aus der Hand und bewegt sich stets zwischen Fantasie und verschmitztem Humor. Aus einer seiner Zeichnungen – eine sitzende Figur – entsteht die Kellydoll (aus dem Französischen „quelle idole“: „was für ein Idol“): eine Tasche mit menschenähnlichem Lachgesicht. Diese erreicht Kultstatus und wird in Japan zum Kawaii-Maskottchen. Arigatou Jean-Louis!
  • 2004

    Eine Kelly Bag mit Reißverschluss? Ein Sakrileg! Warum nicht gleich eine Mona Lisa mit aufgemaltem Schnurrbart? Ganz richtig! Da hat es doch tatsächlich jemand gewagt, der Kelly Bag durch aufgesetzte Reißverschlusstaschen ein neues Gesicht zu verpassen. Die Kellylakis, eine „erweiterte“ Version der Kelly Bag ist in allen Größen vom winzigen Miniformat (15 cm) bis zum gigantischen Riesenformat (50 cm) erhältlich.
  • 2011

    Das Picknick bekommt einen Korb: Die Kelly Picnic lockt unwiderstehlich ins Grüne und lädt zu ländlichen Genüssen ein. Hochwertige Flechtarbeit und Lederverarbeitung in Sattlermanier kommen zum Einsatz: Es werden ganze Weidenruten verwendet, das Barénia-Kalbsleder wird über ein Schnürsystem mit Knoten an den geflochtenen Weidenzweigen festgebunden. Die elegante und bezaubernde Kelly Picnic ist eine verschmitzte Neuinterpretation des Weidenkorbs.
  • 2018
    H wie Hermès setzt mit Kellygraphie auf seine Zugpferde Kunst und Literatur.
    E wie „ergreifende Abwandlung der Buchstabiertafel“.
    R wie „Reigen bunter, glatter und gekörnter Leder, die bis auf einen Zehntelmillimeter genau zugeschnitten und zusammengefügt werden und eine einwandfrei
    gleichmäßige Oberfläche bilden“.
    M wie „Marketerie“ oder Lederintarsien.
    E wie „exklusive, anspruchsvolle Technik, die speziell auf die Kelly Bag abgestimmt wurde“…
    S wie „Sattlerkunst“.