„Empreintes sur le monde“
(Spuren in der Welt)

Hermès hat sich der Kreation zeitloser Objekte verschrieben und pflegt ebenso dauerhafte Verbindungen mit all jenen, die an ihrer Herstellung beteiligt sind. Der mit dem Albert-Londres-Preis ausgezeichnete Filmemacher und Dokumentarfilmer Frédéric Laffont folgt mit seinem zutiefst humanistischem Blick den Spuren von Hermès. Dabei lässt er seiner Kamera freien Lauf. 
Folgen Sie Ihrer Neugier, wandeln Sie durch die Geschichten und Porträts, lassen Sie sich mitreißen von den Gesten und Orten auf einer Entdeckungsreise bis ans Ende der Welt …
Unser Nachhaltigkeitsverständnis zeigt sich in der Serie „Empreintes sur le monde“ (Spuren in der Welt). 

Neapel, Italien

Im Kreuzgang der Staatsarchive von Neapel wird ein Freskenzyklus, der das Leben des heiligen Benedikt beschreibt, restauriert. Dank der fachkundigen Arbeit der Expertinnen und Experten erhält das Juwel der italienischen Kunst des 16. Jahrhunderts seine frischen Farben und seine Strahlkraft zurück.
Hermès feiert mit seinen Kreationen die Zeichnung und unterstützt seit 2021 die Erhaltung des kunsthandwerklichen Savoir-faire der Freskenmalerei sowie die Restaurierung von Werken an öffentlichen Orten auf der ganzen italienischen Halbinsel. Auf diese Art und Weise leistet das Unternehmen einen Beitrag zur Bewahrung des Kulturerbes Italiens.

Villaines-les-Rochers, France 

Als Weidenart mit leichter Belaubung ist die Mandelweide das Spitzengarn der Korbflechter: Die Zartheit und Widerstandsfähigkeit ihrer Zweige eignet sich für die feinsten Flechtarbeiten. Die Kunst der Weidenflechterei, die bereits im 7. Jahrhundert in Villaines-les-Rochers, einem alten Höhlendorf in der zentralfranzösischen Touraine, entstand, wird dank der rund 50 Weidenbauern und Korbflechter, die in der örtlichen Korbflechterkooperative zusammengeschlossen sind, weitergeführt. Hermès ist seit mehr als vierzig Jahren Partner dieser 1849 gegründeten Struktur und hat sein Engagement im Laufe der Zeit in einem sich stets neu erfindenden Geist der Kreativität verstärkt: Von den ursprünglichen Objekten für die Inneneinrichtung weitete sich die Zusammenarbeit inzwischen auf Taschen und Modeaccessoires aus. Die Verbindung von Weide und Leder – für Hermès eine Quelle der Kreation und Innovation – verlieh auch dem in der Region um Tours verankerten Handwerksgewerbe neuen Schwung und neue Perspektiven. Dank dieser Aufwertung wird das außergewöhnliche Savoir-faire des Korbflechtens für manch einen zur Berufung und kann wieder weitergegeben werden.

Seoul, Südkorea

Park Myung Bae gestaltet traditionelle Möbel aus Holz, das er mindestens sieben Jahre ablagern lässt, bevor er es verarbeitet. Sohn Dae Hyun wendet die althergebrachte Lackkunst an unterschiedlichsten Materialien an. Park Moon Yeol ziseliert Ziergegenstände aus Metall, wie Schlösser oder Hängeschlösser. Park Sung Kyu wendet die überlieferte Technik der Lederlackierung an.
Diese Handwerker, die stellvertretend für höchste zeitgenössische koreanische Handwerkskunst stehen, wurden auserwählt, um das außerordentliche Wissen der Joseon-Dynastie (1392–1897) wiederherzustellen. Die Stiftung Arumjigi (The Arumjigi Culture Keepers Foundation) hat es sich zur Aufgabe gemacht, die traditionelle koreanische Kultur zu bewahren und zu fördern – so übertrug sie ihnen die schwierige Aufgabe, die Gegenstände nachzubilden, die einst die Paläste von Seoul schmückten. Eine lange, akribische Suche in Museen mit dem Ziel, Schätze der Vergangenheit und verlorene Arbeitsweisen wiederzufinden, ermöglichte die Reproduktion dieser wertvollen Zeugnisse der koreanischen Kultur. Dieses Projekt stellt einen Meilenstein des Programms „One Protector for One Cultural Heritage“ (Ein Beschützer für ein Kulturerbe) dar, das gemeinsam mit der Verwaltung des koreanischen Kulturerbes konzipiert wurde. Hermès fördert dieses Ansinnen seit 2015 und achtet dabei besonders auf die Bewahrung und Weitergabe des handwerklichen Savoir-faire.

La Canourgue, Frankreich

Die Pferde heißen Phébus, Navarro, Ursula ... Im Rhythmus ihrer Schritte – die Gehweise der Pferde ist der menschlichen sehr ähnlich – lernen die im Hippotherapie-Institut Equiphoria, im französischen Département Lozère, behandelten Patienten, wieder ein Bewusstsein für ihren Körper zu entwickeln und ihre funktionellen Fähigkeiten zu verbessern. Die Begleitung des Instituts, das Hermès seit 2013 unterstützt, erforderte die Konzeption eines Sattels, der das Wechselspiel zwischen Tier und Patient nicht behinderte. Die Sattlermeister von Hermès stellten dem Team aus Ärzten und Pflegern der Stiftung ihr Savoir-faire zur Verfügung und entwickelten ein innovatives „Lederblatt“. Der Sattel verfügt über einen Carbon-Sattelbaum, eine Schaumstoff-Sitzfläche sowie eine Filz-Basis und ist damit besonders leicht und komfortabel. Er ist der Beleg für die tiefreichende Kenntnis des Pferdes und Hermès‘ Leidenschaft für dieses Tier – beide das Ergebnis einer seit den Ursprüngen des Hauses andauernden Partnerschaft.

Lederwerkstätten in Fitilieu und Val-de-Reuil, Frankreich

Floristen, Schmuckmacher, Fleischer, junge Hochschulabsolventen, Arbeitssuchende usw. Die Identität und die Erfahrung derer, die in den Hermès-Lederwerkstätten ausgebildet werden, spielen keine Rolle. Denn die Ausbildungsleiter wie Gabrielle und Christophe setzen bei der Auswahl ihrer Auszubildenden, die unterschiedlicher nicht sein könnten und die über die Arbeitsagentur Pôle Emploi in die französischen Hermès-Manufakturen gelangen, in erster Linie auf Geschicklichkeit und Lernfähigkeit. Das Savoir-faire und die Qualitäten des Handwerkskünstlers bei Hermès – Sorgfalt, Präzision, Qualitätsbewusstsein, Ausdauer usw. – gehen weit über das Erlernen eines einfachen Handgriffes hinaus. Eine spezielle Körperhaltung und Einstellung geben den Handgriffen einen Sinn und werden stolz an zukünftige Generationen von Handwerkskünstlern weitergegeben. 

Saint-Ouen und Paris, Frankreich

Heute wird in zwei 9. Klassen in der Region Île-de-France, im Berufskolleg Michelet in Saint-Ouen sowie im Collège de Staël im 15. Arrondissement in Paris, weder Mathe noch Französisch unterrichtet. Die Sattler- und Täschnermeister Benjamin und Emmanuelle sind gekommen, um die „Freude am Selbermachen und Teilen weiterzugeben“. Und eine weitere Entdeckung entspringt der Begegnung mit den Handwerkskünstlern, die im Rahmen des von der Fondation d'entreprise Hermès ins Leben gerufenen Programms Manufacto ihre Leidenschaft mit den 9 bis 16 Jahre alten Schülern teilen: Man kann sein Leben darauf aufbauen, Objekte herzustellen.

Hongkong, China

Öffnet man die Tür zu einer der weltweit 15 Reparatur-Werkstätten von Hermès, so ist es, als betrete man das Reich von Zauberern, die die verstrichene Zeit einfach verschwinden lassen. Christelle, Farid und Alexandre haben sich mit ihrem Werkzeug in Hongkong in der 22. Etage eines Hochhauses im Viertel Admiralty niedergelassen und wenn sie sich um Objekte kümmern, die auf ein langes Leben zurückblicken, kommt dies einem Zaubertrick gleich. Die versierten Handwerker, die in den französischen Lederwerkstätten ausgebildet wurden, sorgen fern der äußeren Welt dafür, dass eine geliebte Tasche ihren ursprünglichen Glanz zurückerhält, indem sie einen Henkel austauschen, geschickt einen Farbpunkt bearbeiten oder den Sattler-Stich verwenden. Restaurieren, reparieren, darum geht es in ihrem Handwerk.

Tokio, Japan

Bereits die dunkle Patina ihrer Kelly lässt erahnen, dass diese Tasche nicht nur allerlei Kostbarkeiten in sich birgt, sondern vor allem auch die Erinnerung an ihre Mutter. Auch sind alle Seiten des Notizbuchs, das sie einmal im Jahr bei Hermès ersteht, gefüllt. Denn seit sie vier ist, führt sie Tag für Tag ein Tagebuch. Ein durch und durch persönlicher Luxus, mit dem sie ihr Erlebtes erzählt und weitergibt.

London, Vereinigtes Königsreich

Hermès arbeitet mit Künstlern wie der britischen Illustratorin Alice Shirley zusammen, um die Schönheit und Vielfalt der Erde zu interpretieren und erweist ihr in Form von Motiven und Drucken eine Hommage.

Paris, Frankreich

Zeichnungen an der Wand, Prototypen, Versuche… In der fünften Etage von 24 Faubourg wurde die Werkstatt von Laurent Goblet, seit vierzig Jahren Sattelmacher bei Hermès, in Zusammenarbeit mit dem Deutschen zu einem Konstruktionsbüro für die Schaffung des Arpège-Sattels Dressurchampion Jessica von Bredow-Werndl. Mit einem einfachen Strich, einer Kurve, einer Linie entsteht dieser feine, leichte Traumsattel, der im Gegensatz zu bestimmten Museumsstücken eine unauffällige Haltung behält. Baum, Sitz, Klappen, Gurte - das ist alles eine Frage des Gleichgewichts, das Hermès seit über 150 Jahren beherrscht.

Sorède, Frankreich

Hunderte Bewohner des südfranzösischen Sorède flochten einst Peitschen und Reitpeitschen aus Zürgelbaumholz, bis schließlich Autos und Traktoren das Pferd als Fortbewegungsmittel und Arbeitstier ablösten. Am Fuße des Albères-Massivs gibt es jedoch noch einen Betrieb, der mit diesem biegsamen, widerstandsfähigen Holz arbeitet und auch Mitarbeiter mit geistigen Behinderungen beschäftigt. Dort lässt Hermès sämtliche Reitpeitschen und Dressursets anfertigen. So wird gewährleistet, dass diese Objekte die Zeit überdauern. 

Kyoto, Japan

Tropfen, Wellen, Berge … die in Steinblöcke eingeschlossenen Motive inspirierten japanische Buchbindermeister einst zur Kreation von Marmorpapier. Später übertrugen Tintenstrahldrucker diese Motive auf Stoff, jedoch ohne jemals die Zartheit und Leuchtkraft der Motive zu erreichen, die Hermès eines Tages in einem alten Album im Archiv der Lyoner Textilabteilung wieder aufspürte. Jahrelange Nachforschungen führten schließlich nach Kyoto, wo diese Marmorierdrucktechnik auf Seide angewandt wurde – auf Basis einer vollständig durchgefärbten Stärkemasse, die anschließend zusammengepresst wurde. Kyoto Marble, das Unternehmen der Familie Nose beherrscht diese Technik noch heute.

Pantin, Frankreich

Man erkennt sie an den weißen Arbeitskitteln, denen sie ihren Spitznamen „Blouse Brothers“ zu verdanken haben. Die Prudhomme-Brüder Lionel und André sind Werkmeister in der Lederwerkstatt in Pantin. Doch nicht ihre Kittel, sondern vielmehr die im Laufe von vierzig Jahren perfektionierten Handgriffe haben aus ihnen Mentoren gemacht, deren Rat Gold wert ist und deren geschultem Auge auch das kleinste Detail nicht entgeht. So geben sie den Sattlermeistern die Geheimnisse einer tadellosen Endverarbeitung weiter: die Voraussetzung perfekter Taschen.

London, Vereinigtes Königsreich

Unter den 98 Metern Beton des Trellick Tower erblüht die Goldfinger Factory. Hier, in dem benachteiligen Stadtteil namens „West London“, verwandeln sich Ressourcen in Gold. Denn mit Unterstützung der Fondation d'entreprise Hermès werden hier aus jungen Menschen begabte Lehrlinge, die Holz und Blechreste in Designer-Möbel verwandeln. Ein soziales Projekt mit Stil.

Kongoussi, Burkina Faso

Man stelle einen umgedrehten Kochtopf auf den Boden und zeichne dessen Umriss mit dem Finger nach. Dann nehme man einen aktiven Termitenbau, Stroh und Eselkot, um daraus feuerfestes Material für einen umweltfreundlichen Ofen zu gewinnen. In Kongoussi in Burkina Faso bringt die Organisation Tiipaalga Frauen bei, holzsparende Lehmöfen zu bauen, die die Umwelt schonen und die Lebensbedingungen verbessern. Dies ist eine der vielen Vor-Ort-Initiativen, die über den Livelihoods Fonds von Hermès gefördert werden. 

Montbron, Frankreich

Die Tardoire schlängelt sich durch Wiesen, auf denen Limousin-Kühe gemütlich grasen. Inmitten dieser Postkartenlandschaft geriet der kleine Ort Montbron langsam aber sicher in Vergessenheit. Seit der Eröffnung der Hermès-Lederwerkstatt 2015 jedoch hat sich das Leben der 2.200 Einwohner der Gemeinde im Département Charente grundlegend verändert. Nun ziehen wieder Familien her, eine Vorschulklasse wurde wieder eröffnet und das Vereinsleben erwacht zu neuem Leben. Die Gemeinde blüht wieder auf.